Themenwoche Fett: Keine Angst vor Fett!

FETT. Wie geht es dir, wenn du dieses Wort liest? Was denkst du? Wandern deine Gedanken auch so schnell zur Negativ-Schublade und wollen das Wort darin verfrachten?

Du verbindest damit nicht nur Öle, Butter oder fettiges Fleisch, sondern denkst auch gleich an das Fett, was sich gern um deine Hüften schmiegt? Versuchst deshalb vielleicht sogar krampfhaft das „böse Fett“ zu meiden, denn wenn du kein Fett isst, dann kann sich das ja wohl auch nicht auf deinen Hüften absetzten, oder?

Doch ist deine Angst wirklich begründet? Muss du wirklich versuchen unter allen Umständen so wenig Fett, wie möglich, zu dir zu nehmen? Oder braucht dein Körper das Fett sogar und ihm haftet ganz ohne Grund das negative Image an?

Achtung fettig- Butter, Wurst, KäseErnährung ist eine individuelle Sache. Was für mich ein gesundes Lebensmittel ist, kann für dich und deinen Körper „Gift“ sein. Was dir heute und morgen noch gut tut, kann sich in fünf oder zehn Jahren (oder gar schon Übermorgen) nicht mehr so gut anfühlen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Dinge, die jeder beherzigen sollte, wenn man gesund und glücklich sein möchte (auch, wenn es kleine Abweichungen geben mag). Vieles fängt mit der Ernährung an, aber es sei wieder gesagt, dass Ernährung bei Weitem nicht alles ist.

Das negative Image von Fett ist schlichtweg veraltet und bedarf dringend einer Generalüberholung

Öl + Salat (Unsplash)

Viele meiner weiblichen Sportler, die ich betreue, haben sehr viel Angst vor Fett in ihrer Ernährung. Diese Angst basiert auf veralteten Studien und daraus resultierenden Regeln, die sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt haben. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält immer noch an veraltetet Richtlinien fest, die so einfach nicht mehr stimmen und wiederlegt worden sind. So sagt sie zum Beispiel in Punkt 5 der Ernährungsregeln der DGE, dass wir „wenig Fett und fettreiche Lebensmittel“ essen sollen, um gesund zu sein und uns wohlzufühlen. Wenn das die DGE sagt, dann muss das doch stimmen, oder?

Ich sage (und viele Studien sprechen dafür), dass dies kritisch hinterfragt werden muss. Diese Regeln gefährden eher die Gesundheit der deutschen Bürger, anstatt sie ihnen nützten. Einen kurzen, aber informativen Text + Video dazu findet ihr hier.

Grilled fish.jpeg

Diese veralteten Richtlinien der DGE führen nicht gerade dazu bei, dass unsere Verwirrung um die richtige Ernährung geschmälert wird, sondern vergrößert sie nur. Weiter angestachelt wurde dies durch das Marketing von fettreduzierten und diätischen Produkten (natürlich ist die Lebensmittelindustrie auf diesen Zug aufgesprungen, um aus unserer Verwirrung Profit zu schlagen), was ungefähr in den 80er Jahren begann und bis heute noch betrieben wird. Doch, wenn an Fett gespart wird, muss für den Geschmack etwas anderes hinzugefügt werden und das ist meist Zucker! (Na klingelt es?)

Der Wahrheit fett ins Gesicht schauen

Typisches Frühstück

Seien wir doch mal ehrlich, ist es nicht verwunderlich, dass mit Einführung von fettreduzierter Ernährung und Lebensmitteln, die Zahl an übergewichtigen Menschen gestiegen ist? Nicht nur in den USA, sondern auch bei uns! Da ist doch irgendetwas schief gelaufen und sollte uns umso mehr dazu bringen, solche Richtlinien und Marketingkampagnen kritisch zu hinterfragen.

Low-Fat Guidelines und Übergewicht

Low-Fat Guidelines und Übergewicht (Quelle: https://authoritynutrition.com/6-graphs-the-war-on-fat-was-a-mistake/)

Sicherlich ist das Problem „Übergewicht“ nicht nur auf fettreduzierte Ernährung zurückzuführen. Das Problem ist etwas komplexer. Doch Fett (oder eben kein Fett) spielt eine entscheidende Rolle in unserer Ernährung und Gesundheit. Es kommt dabei allerdings auf die Qualität der Fette an.

Dein Köper ist wie ein Motor und braucht Öl zum laufen

Benzin tankenStell dir deinen Körper als Motor vor, wie bei einem Auto. Dieser Motor braucht Fett (Öl), um reibungslos zu laufen. Ohne Fett geht das nicht. Allerdings kommt es auch auf die Qualität des Fettes an bzw. ob du das „richtige“ Fett zu dir nimmst. Führst du einen Dieselmotor auf ein Mal Benzin zu, dann wird er sicherlich noch laufen, aber eben nicht mehr so effektiv und gut, wie sonst und ganz nebenbei machst du den Motor vielleicht auch noch kaputt. (Ich bin kein Autoexperte, also nagel mich an dieser Aussage nicht all zu fest).

Warum Fett noch wichtig ist

Räucherlachs

Wird dir mit diesem Bild etwas klarer, dass du und dein Körper Fett braucht, um reibungslos zu laufen und dass du dabei auf die Qualität des Fettes achten solltest? Wenn nicht, habe ich hier noch ein paar andere Fakten für dich, warum dein Körper unbedingt Fett braucht:

  • Dein Gehirn besteht zu 60% aus Fett
  • Fett ist Bestandteil einer jeder Zelle
  • Fett unterstützt die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (ohne dieses werden z.B. Vitamin A, E, D und K nicht richtig aufgenommen. Unser Körper braucht diese aber!)
  • Sie bilden den Ausgangspunkt von Hormonen
  • Ermöglichen die Mineralaufnahme im Darm
  • Sie halten dich länger satt
  • Und natürlich sind sie ein konzentrierter Speicher von Energie

Das sind nur einige Beispiele, warum dein Körper Fett braucht. Fett ist lebensnotwendig und sollte nicht nur als unnötiger Ballast an deinem Körper wahrgenommen werden, sondern auch dafür honoriert werden, dass dein Gehirn gut funktioniert, dass dein Körper damit Hormone bauen kann, die du wirklich in einem ausbalancierten Maße brauchst und dass dir Fett schlichtweg sehr viel gute Energie liefern kann.

Fortsätzung folgt…

Doch, was bedeutet denn nun gute Qualität bei Fett? Einen ersten Einblick erhältst du auf meiner Seite übers Clean Eating. Doch in den nächsten Tagen werden weitere Artikel folgen, die dich noch weiter in das Thema Fett einführen und dir einen Weg zeigen, worauf du bei der Auswahl an Fetten achten solltest. Komm mich also bald wieder besuchen. Bis dahin versuche doch mal ein Mal am Tag bewusst etwas fettreiches zu dir zu nehmen: Z.B. Chia-Pudding mit Kokosmilch am Morgen, die Avocado im Smoothie oder eine Portion leckeren Wildlachs. Alles voll mit guten Fetten.

Fotos by Unsplash.

13 Gedanken zu “Themenwoche Fett: Keine Angst vor Fett!

  1. MissRainbow schreibt:

    Oh ja, ich liebe Fett! 😉 Also so etwas wie Fisch, Avocado und und und…
    Falls jemand noch Tipps braucht, was er nach dem Verzehr der Avocado mit dem Kern machen soll, kann er ja mal bei mir vorbeischauen.
    Ich finde es übrigens toll, dass du solche Beiträge schreibst! Es gibt so viele Mythen in der Ernährung und ich finde diese ganzen Themen richtig interessant. Also, wenn dir das Spaß macht, würde ich mich über ganz viele weitere Erklärungen und so weiter freuen!

    Liebe Grüße

    • juliajogs schreibt:

      Vielen lieben Dank 🙂 Da muss ich mal bei dir vorbeischauen und mir anschauen, was ich mit dem Avocadokern machen kann. Bei mir fliegt der nämlich meistens in den Müll 😛

      Liebe Grüße

  2. jahnsterley schreibt:

    Das ist ein Thema, das ich schon lange vertrete. Hört auf das Fett so zu verteufeln, es ist ein absolut essentieller Nährstoff, der unseren Körper am Laufen und unsere Gesundheit aufrecht erhält.

    Beim Fett, wie bei anderen Nährstoffen auch, kommt es vor allem auf die Qualität und auch die Menge an. Ich habe erst vor Kurzem gelesen, dass mehr als 80% der Deutschen unter einem Mangel an Omega-3 Fettsäuren leiden.

    Also Leute, esst mehr fetten Fisch! 🙂

  3. Dominik schreibt:

    Absolut gelungener Artikel. Ich habe damals auch immer gedacht, dass Fett schlecht sei. Ich kannte die Unterschiede nicht. Heute weiss ich, wie ich Fett einzusetzen habe und dass es sehr wichtig für den gesamten Organismus ist. mach weiter so! lg

  4. Dominik schreibt:

    Super gelungener Artikel. Habe damals auch das Fett unterschätzt. Bin so froh, dass ich mittlerweile weiss, was wichtig für mich ist. mach weiter so. lg

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