Women's Health Camp

Die Zeichen des Körper verstehen lernen | Mein Weg der Selbstheilung

Wie in einen meiner letzten Post angekündigt (Gibt es die eine wahre Ernährung?) nehme ich euch mit auf meine Reise zu einem gesünderen und glücklicheren Leben. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich viel mit unserer Ernährung auseinandergesetzt. Ich hatte PCO, schon immer Hautprobleme (seit der Pubertät) und mir ging es mental oft schlecht, war schlapp, müde und zu wenig zu begeistern.

Ich war es leid

Die Angst vorm Trainieren blockiertIch war es leid vom Arzt zu hören, dass ich die Pille nehmen „müsse“, um mein Hormonproblem in Schach zu halten. Ich war es leid zu hören, dass der Hautarzt meinte, dass man da nichts machen könnte und ich mich „vielleicht damit abfinden sollte, mit unreiner Haut zu leben“. Ich war es leid mich nicht wohl zu fühlen und zu denken „Was für eine unfaire Welt!“ und ich war es leid, mich in einer negativen Gedankenspirale wiederzufinden, in die ich öfters hineinrutschte. Das führte nicht nur zu depressiven Verstimmungen, sondern auch zu körperlichen Verspannungen, die sich schmerzhaft festsetzten.

Also hab ich alles selbst in die Hand genommen. Es musste einen Weg ohne Medikamente geben. Es musste einen Weg geben, der mir die Kraft gibt mich selbst zu heilen.

Kann ich mich Selbst heilen?

Bildschirmfoto 2016-06-06 um 11.31.18So googelte ich und suchte das Internet ab. Vor allem erst ein Mal nach PCO und unreiner Haut. Ich stolperte über einige englische Seiten und Blogs und ich verschlang alles, was ich dazu finden konnte. Was ich fand und was ich las, gab mir den Mut und die Hoffnung, dass ich mit meiner Ernährung und ein paar andern „Lifestyle“-Veränderungen meine Probleme an der Wurzel packen kann, anstatt immer nur oberflächlich irgendwelche Symptome zu bekämpfen. Denn die Pille, irgendwelche Hautcremes oder Medikamente machen nichts anderes, als lediglich die Symptome zu beseitigen. Was ich oft nicht bedacht habe.

Ich habe meine unreine Haut, meine ausbleibende Periode (und somit PCO –mein Hormondysbalance), meine körperliche Schlappheit und andere Probleme immer als unfaire Launen der Natur wahrgenommen. Als etwas, was von außen auf mich einwirkt und ich es kaum bis gar nicht beeinflussen kann.

Selbst für meine Schlappheit und meine negativen und traurigen Gedanken habe ich die Ursachen außerhalb gesucht. Schließlich habe ich viele geliebte Menschen innerhalb eines kurzen Zeitraums verloren und musste trotzdem weiter machen. Das war schmerzhaft und es war leicht, dem die Schuld für meine Gedanken (& teilweise Verzweiflung) in die Schuhe zu schieben.

Der Wendepunkt

Warum trainierst du? Werde dir deiner Gedanken bewusstIch habe meine Ansicht in dem letzten Jahr dramatisch verändert. Vielleicht war der ausschlaggebende Punkt der Beginn meiner Yogalehrerausbildung. Oder aber das ich endlich mal auf mein Herz gehört habe und eben diese Ausbildung begonnen habe. Das hat vieles in Bewegung gesetzt. Vor allem in mir!

Während dieser Zeit suchte ich also nach Lösungen für mein Hormon- und Hautproblem und entschied mich die Pille abzusetzen. Ich wollte sie nicht mehr nehmen und ich hatte die Hoffnung –nach ausgiebiger Recherche auf englischen Seiten- das ich das mit meiner Ernährung in den Griff bekommen könnte.

Meine Ernährung war damals schon ziemlich clean. Das habe ich beibehalten. Zusätzlich habe ich ein paar pflanzliche Mittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel genommen, die mir helfen sollten, die Hormone in Schach zu halten. Eines davon war (und ist immer noch) Vitex oder Mönchspfeffer. Eine super Pflanze, wenn man an unregelmäßiger Periode oder sogar PCO leidet (Doch Achtung nicht jeder verträgt sie. Meine Mama hat Vitex wegen ihrer Migräne probiert und es verschlimmerte sie!) Ich vertrage es super und schon gleich nach Absetzten der Pille, habe ich meine Periode bekommen.

Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, suche weiter!

Allerdings spielte meine Haut verrückt. Sie wurde immer trockener, gereizter und rötete sich. Sie brannte sogar. Das kannte ich überhaupt nicht. Auch nahmen die Unreinheiten zu. Ich dachte, dass das an den Hormonen liegen müsse. Ich ließ mich also durchtesten.

Nach Absetzten der Pille, war mein PCO nicht mehr vorhanden. Als hätte ich es nie gehabt. Ich hatte meine Hormone mit meiner Ernährung in den Griff bekommen. Aber was war dann mit meiner Haut los? Ich dachte immer das hinge zusammen.

290HIch suchte also wieder das Internet ab und entschied mich dafür Gluten wegzulassen, Zucker noch mehr zu reduzieren und auf Milchprodukte so gut es geht zu verzichten. Und siehe da, innerhalb von wenigen Tagen beruhigte sich meine Haut. Endlich!!! Doch es fiel mir Ende letztens Jahres sehr schwer darauf zu verzichten. Die Bachelorarbeit, einige Komplikationen damit und die Yogalehrerausbildung, sowie einige Ängste ließen meine Gedanken Achterbahnfahren.

Ernährung ist nicht alles. Auch andere Dinge sollten betrachtet werden

Bildschirmfoto 2016-06-06 um 11.30.52Mit Abgabe der Bachelorarbeit beruhigten sich meine Gedanken und ich beschloss mehr auf mein Herz zu hören und „meinem Weg“ zu folgen. Ich erlangte mehr Vertrauen in mich, meine Fähigkeiten und darin, dass immer alles gut werden würde (so banal sich da auch anhören mag). Ich nahm meine Ernährung in Angriff und ließ diesmal komplett alles mit Gluten weg. Und wieder innerhalb weniger Tage wurde es besser.

Sicherlich kann ich nicht nur Gluten die Schuld geben. Auch Zucker ist ein großes Thema für mich. Mein Magen hat in den letzten Jahren einiges mitgemacht und deswegen bin ich immer noch dabei ihm viel Gutes zu tun. (Ich nehme Probiotika, esse mehr fermentiertes Gemüse und trinke auch gern mal eine selbstgemachte Brühe, die Balsam für die Seele und den Körper ist).

Auch die innere Einstellung und deine Gedanken spielen eine Rolle

Meine innere Einstellung zu den Dingen habe ich auch verändert. Yoga hat wesentlich dazu beigetragen, aber auch dieses Buch! Wir haben so viel mehr Kraft und Macht über unseren Körper und über unser Gedanken zu entscheiden, als wir uns oft bewusst sind. Achtsamkeit und Mitgefühl waren lange für mich nur zwei Wörter, deren Bedeutung mir schwer fiel zu begreifen und umzusetzen.

Ich meditiere nun jeden Morgen und agiere viel bewusster in meinem Leben und in meinen Beziehungen, in dem ich meine Gedanken und Gefühle viel öfter beobachte. Das hilft so was von gut und macht das (Zusammen-) Leben viel einfacher und schöner. Zeigt mir aber auch, dass das eigentliche Wohlergehen von mehr abhängt, als nur unserer Ernährung oder wie viel uns an der frischen Luft bewegen.

Unsere Ernährung ist aber ein guter Schritt, um mehr auf unseren Körper zu achten und ihm Gutes zu tun.

„Die Nahrungsmittel, die Du isst, können die sicherste und beste Medizin sein – oder das langsamste Gift.“ – Ann Wigmore

Deswegen werde ich in den kommenden Wochen mehr auf unsere Ernährung eingehen, Mythen widerlegen und dir zeigen, was wirklich wichtig für dich ist. (Denke dabei daran, dass nicht alles, was gut für mich, auch gleich gut für dich sein muss).

Wir starten in der nächsten Woche mit dem Thema Fett. Ich freu mich drauf! Ich liebe Fett nämlich mittlerweile sehr. Bist du dabei?

{Bist du glücklich in deinem Leben? Möchtest du etwas ändern, weißt aber nicht wie und wo du anfangen sollst? Dann hilft dir mein Beitrag + kleine Übung auf dem Blog von Hella. Finde mit dem „Kreis des Lebens“ mehr Klarheit und erreiche so mehr Wohlgefühl.}

16 Gedanken zu “Die Zeichen des Körper verstehen lernen | Mein Weg der Selbstheilung

  1. Carolin Welte schreibt:

    Liebe Julia,
    als erstes möchte ich dir danken dafür, dass du uns teilhaben lässt an deinen Gedanken. Ich freue mich derzeit so viel von dir zu hären bzw zu lesen. Deine Beiträge treffen mich mitten ins Herz. Ich hatte immer große Probleme mit meiner Verdauung, Verstopfung, Blähbauch und so weiter. Das wurde durch die Umstellung meines Essverhaltens schon etwas besser, Eine weitere Verbesserung habe ich durch chinesische Medizin erlangt, also durch Akupunktur. ich weiß allerdings nicht ob es an den Nadeln liegt das es mir besser geht oder an dem unglaublich netten alten Mann, der mit viel Ruhe und Herzwärme die Behandlung durch führt. Ich wurde auf Grund meins Jobs angefragt ob ich Testperson für ein Achtsamkeitseminar sein möchte, das war eine super Erfahrung, Die Übungen in meinen Alltag einzubauen fällt mir allerdings nicht immer so leicht.
    Die Pille habe ich vor drei Monaten abgesetzt und fühle mich viel besser dabei, es tut mir gut die Zeichen meines Körpers nun hören zu können, auch wenn noch einiges durcheinander ist.
    Was mich derzeit noch stark belastet, ist dass ich trotz Sport und „cleaner“ Ernährung auf einmal ständig krank bin, Eine Erkältung jagt die nächste was ich gar nicht von mir kenne und mich sehr unglücklich macht. Außerdem bin ich etwas übergewichtig und bekomme, egal was ich tue, die Kilos nicht los.
    ich freue mich auf deinen nächsten Post zum Thema Fett, das ich gerne esse, aber manchmal ach angst davor habe 🙂

    Viele Grüße und mach weiter so, Caro

    • juliajogs schreibt:

      Liebe Caro, das hört sich sehr turbulent an. Ich lese dennoch deine Motivation heraus, für dich und deinen Körper liebevoll zu sorgen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

      Sei nicht traurig, dass du so oft krank wirst. Auch das ist „nur“ ein Zeichen deines Körpers, dass etwas nicht ganz in Ordnung ist und das muss nicht immer mit der Ernährung und Bewegung zu tun haben.

      Dein Körper geht mit dem Absetzen der Pille gerade durch eine turbulente Zeit und muss sich erst ein mal umstellen.

      Wie du schon sagst, muss es nicht unbedingt an den Nadel der Akupunktur liegen, sondern an dem lieben Mann, der dir Aufmerksam schenkt, dass du dich besser fühlst. Wie auch immer, ist beides gut 🙂

      Frage dich deshalb vielleicht, was dein Körper „nein“ zu sagt, wenn er immer krank wird. Es ist meist eine Art Stressreaktion und dein Körper möchte dir zeigen, was du brauchst und ganz im Inneren weißt du auch bestimmt, was es ist. Deswegen frage dich einfach, was dein Körper braucht um sich besser zu fühlen. (Manchmal ist gar nicht mal mehr Brokkoli, sondern Ruhe, Umarmungen, Gesellschaft).

      Ich wünsche dir alles Liebe. Julia

  2. Lieschen Müller schreibt:

    Hallo Julia,

    Mensch, da hast Du ja viel mitgemacht! Vielen Dank für diesen total ehrlichen Artikel. Das Zitat von Ann Wigmore ist wirklich soo wahr. Ich merkte erst nach knapp 3 Monaten welche Auswirkungen gesunde Ernährung auf den Körper hat und bin immer wieder sehr überrascht, wieviel besser mein Leben dadurch wird.
    Ich würde meine Grundstimmung als generell fröhlich beschreiben. Allerdings habe ich in den letzten zwei Jahren gemerkt, dass meine Arbeit mich total demotiviert und ich keinen Spaß mehr daran hatte. Das hat mich vor allem letzten Herbst total runter gezogen. Mittlerweile hat es sich wieder etwas eingependelt, aber ich bin jetzt auch auf der Suche nach etwas neuem 😉.

    Ich bin gespannt, was uns in den nächsten Wochen so erwartet.
    Lieben Gruß,
    Das Lieschen

    • juliajogs schreibt:

      Liebes Lieschen, es ist schön zu lesen, was gesunde Ernährung bei dir bewirkt hat und das du motiviert das Motivationsproblem wegen deiner Arbeit anpackst bzw. dich neuorientierst. Manchmal ist es halt das beste auf die Intution zu hören. Wie ein innerer Kompass wird uns diese schon auf den richtigen Weg führen.

      Ganz liebe und sonnige Grüße!

  3. sarahpietzko schreibt:

    Ganz ganz toller Beitrag, Julia!
    Es ist schön zu lesen, wie immer mehr Menschen auf das Thema „Gluten“ und „Zucker“ stoßen und was das Weglassen alles bewirken kann… Man sollte es in die ganze Welt hinrausrufen 😛

    Mach weiter so – du bist super! ❤

  4. laufvernarrt schreibt:

    Liebe Julia, das ist ein richtig schöner und inspirierender Beitrag. Ich befinde mich seit einiger Zeit auf einem ähnlichen Weg (wenngleich meiner andere Abzweigungen nimmt ;)) und kämpfe ebenfalls seit Jahren mit Hormonstörungen und co. Das Thema „Selbstheilung“ finde ich immer interessanter und wichtiger, weil in unserer Gesellschaft so selten darüber gesprochen wird, was uns selbst gut tut. Die wenigsten Menschen können Müdigkeit von Hunger unterscheiden und Stress von Trauer, … etc. das ist irgendwie traurig und ein ganz negativer Trend – umso wichtiger, dass Menschen wie du und das Gegenteil lehren wollen 🙂
    Bin gespannt auf die weiteren Artikel, wenngleich ich die Punkte rund um „alles außer Ernährung“ wesentlich spannender finde 😀
    Liebe Grüße ❤

  5. Lena schreibt:

    Liebe Julia,
    viele deiner Worte sprechen mir aus dem Herzen…ich habe mich in den letzten Monaten mit dem Absetzen der Pille beschäftigt, die ich als „Medikament“ gegen meine Endometriose nehme. Und je mehr ich darüber gelesen habe, desto klarer wurde mir, ich muss die Pille absetzen, auch wenn es wohl ein langer steiniger Weg wird, mit solch einer Hormonstörung. Als ich dies das letzte Mal vor 10 Jahren gemacht habe, bekam ich eine Zyste und musste operiert werden (aber selbst das ist mir inzwischen lieber als die Pille!). Heute abend nehme ich die letzte Pille, endlich. Mal sehen, was dann kommt. Ich bin gespannt, wie sich meine veränderte Ernährung – ich lebe seit gut einem 3/4 Jahr vegan – und mein regelmäßiger Sport – ich will im September meinen ersten Halbmarathon laufen 🙂 – auf meinen Körper auswirken. Finde es sehr spannend, dass dein PCO ohne die Pille nicht mehr existierte.
    Liebe Grüße
    Lena

    • juliajogs schreibt:

      Liebe Lena,

      ich hoffe sehr für dich, dass deine Ernährung und deine sportlicher Lebensstil bereits Früchte trägt und dir beim Absetzen der Pille hilft.

      Bei mir war es zumindest so, dass ich dank meines gesundes Lebensstils nach dem Absetzen der Pille keine hormonelle Störung mehr hatte (Der Grund, weshalb ich überhaupt die Pille genommen habe). Ich denke daher, dass es nur von VOrteil ist, dass du bereits eine Zeit lang deine Ernährugn umgestellt hast, bevor du mit der Pille aufhörst.

      Ich wünsche dir ganz viel Kraft für den Kampf gegen deine Endometriose und super viel Erfolg bei deinem ersten Halbmarathon! Wahnsinn! 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Julia

  6. diedesi schreibt:

    Sehr , sehr schöner Artikel. Ich hab mich in vielen Punkten wiedererkannt. Ich leide an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung & versuche einen gesunden Mittelweg zu finden, besser auf meinen Körper zu hören und meinen Weg zu Glück & Gesundheit zu finden. Gesunde, cleane Ernährung ist mir auch sehr wichtig. Ich finde deinen Blog sehr anregend und inspirierend.
    Liebe Grüße aus Stuttgart
    Desi
    https://diedesi.wordpress.com/

    • juliajogs schreibt:

      Liebe Desi, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich wünsche dir sehr, dass du für dich einen Weg findest, der deine Erkrankung irgendwann links liegen lässt und du daran vorbei ziehen kannst 🙂 LG Julia

  7. Sandra schreibt:

    Vielen lieben Dank Julia ! Ich muss wirklich mehr auf meinen Körper acht geben bzw. auf ihn hören. Schließlich haben wir nur einen. Bin darum gerade einen Wellnessurlaub am buchen im Wellnesshotel in Meran.
    Wünsche Dir weiterhin viel Erfolg !

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