Warum trainierst du? - Lerne deinen Körper lieben

Warum trainierst du?

Diese Frage habe ich mir in letzer Zeit immer häufiger gestellt. Während meiner Woche im Women’s Health Camp in Andalusien, durch Gespräche mit den anderen Mädels angeregt, habe ich den Entschluss gefasst, diesen Artiekl zu schreiben und diese Frage nun auch dir zu stellen:

Warum trainierst DU?

In letzter Zeit spüre ich, wie mein Körper einen Gang runterfahren möchte. Nicht immer habe ich auf meinen Körper gehört, sondern mich gepusht und viel trainiert. In den letzten Wochen trainierte ich weniger. Immer noch viel, doch für meine Verhältnisse doch schon wenig. Das musste sein, weil ich merkte, wie selbst bei jedem Chaturanga und bei jedem Krieger mir Arme und Beine schmerzten (Sprich, selbst Yoga erschien mir unglaublich anstregend). Dabei war das kein Muskelkater, sondern reine Erschöpfung. Das war ein riesen Stoppschild für mich.

Warum trainierst du? Doch sein Training zu reduzieren, kommt mit unschönen Gedanken

“Bin ich zu faul geworden? Bloß nicht die Schokolade essen! Der Sommer kommt(!) und ich bin so überhaupt nicht in Form.”

Gerade zum Sommer lese ich auf anderen Blogs und Social Media Kanälen, dass man sich jetzt nun aufraffen werde, um endlich mal etwas an der Figur zu tun. Was ich herrauslese sind häufig die schlechten Gewissen, die Gedanken an zu wenig Diziplin und eisernen Willen und vor allem die Angst im Sommer nicht gut auszusehen.

Was ich selten lese sind Gedanken, wie “Ich fühle mich gesundheitlich nicht gut. Ich sollte meinen Körper etwas mehr frische Luft und Bewegung gönnen” oder “Ich weiß noch, wie ich mich früher so gern beim Sport ausgetobt habe und wie gut mir das tat. Ich werde mir in Zukunft mehr Zeit nehmen, um dieses tolle Gefühl wiederzuerlangen”.

Angst sollte kein Motivator sein

Die Angst vorm Trainieren blockiert

 

Das Ziel zu haben sportlich, fit und schlank auszusehen ist per se nicht falsch oder schlecht. Aber so bald wir dieses Vorhaben aus Angst herraus angehen nicht schön, schlank oder gut genug zu sein, kann das blockieren und uns über alle Maße noch schlechter fühlen lassen. Klar, Angst kann ein großer Motivator sein (wie es so schön heißt). Doch denke ich, dass uns die Angst vor einem “wabbligen Bikinibody” und Cellulite nicht weit bringt und Angst allgemein überhaupt kein Motivator ist/sein sollte.

Im Gegenteil, wir haben so viel Angst, dass wir uns bei jeden Mal Nicht-trainieren so richtig schlecht fühlen. Wir bieten uns selbst so eine viel größere Angriffsfläche für gemeinen und fiesen Gedanken, die uns versuchen schlecht zu machen und versuchen uns wie ein Versager dastehen zu lassen. Und vielleicht sind wir so frustriert und so enttäuscht von uns selbst, dass wir an diesem Abend mit einer Tafel Schokolade auf der Couch sitzen. Ganz nach dem Motto: Mir geht’s schlecht. Jetzt ist alles egal. Meine Seele braucht das jetzt! Und weiter bergab es geht in diesen Teufelskreis der Angst, denn morgen müssen wir auf jeden Fall trainieren, um die fiese Schokolade wieder abzutrainieren.

Hört sich das bekannt an?

Ich kenne diese Gedanken auch. Nur haben sie mich nie weit gebracht. Im Gegenteil, diese fiesen Gedanken hängen sich so fest, dass sie einen blockieren, mehr Ängste schüren und das Leben weniger lebenswert machen. 

Schon mal einen Geburtstag verflucht, weil dort Kuchen serviert wird und das unseren großen Traum vom Wachbrettbauch ruiniert?

Ein Leben mit solch limitierenden Gedanken ist nicht schön, grenzt uns ein und verhindert, dass wir wir wachsen können. Wenn diese Gedanken das Leben regieren, ist es höchste Zeit etwas zu tun!

Wenn sich die Angst durchs Lebens zieht

Warum trainierst du? - Wenn sich die Angst durchs Leben zieht

Aber auch, wenn du dich nur manchmal mit diesen Gedanken erwischst, solltest du etwas daran ändern. Denn denkst du schlecht über deinen Körper, wenn du in den Spiegel schaust und gehst aus der Angst herraus ins Fitnessstudio, dass du „zu fett“ bist (Ja, so fiese Gedanken poppen in unseren Köpfen über uns selbst auf! Hört sich grausig an, oder?) oder „zu fett“ werden könntest, dann spieglt sich das mit Sicherheit auch in anderen Bereichen deines Lebens wider. Dann isst du eventuell auch Angst bestimmte Sachen mehr oder andere Sachen weniger, sagst deine Meinung aus Angst herraus nicht und eventuell denkst du, dass du es nicht zu 100% wert bist, einen solch tollen Partner oder Job zu haben.

Du kannst deine Gedanken steuern

Warum trainierst du? Werde dir deiner Gedanken bewusstAuch ich habe mich in dieser Gedankenspirale wiedergefunden. Allerdings hatte ich genug davon! Daher habe ich mir das Ziel gesetzt nicht mehr aus Angst herraus zu trainieren, sondern meine Gedanken bewusst zu steuern und zu ändern.

Erwische ich mich also bei einem Gedanken, wie „Oh oh, da macht sich hässlicher Hüftspeck breit. Ich muss wieder jeden Tag trainieren!“, stoppe ich mich, atme tief durch und honoriere meinen Körper für das, was er jeden Tag leistet.Warum trainierst du? - Lerne deinen Körper lieben

Außerdem sage ich mir, dass ich mich wohl in meinen Körper fühle und ich schön bin (auch wenn das am Anfang schwierig erscheinen mag). Dann programmiere ich meine Gedanken zum Training um. Da ich meinen Körper ja mag (Augenzwinker), muss ich nicht mehr trainieren, weil ich hässlich bin oder die Jeans eineingt, sondern weil ich mich richtig gut fühle und es mir unglaublich viel Spaß macht mich zu bewegen und meinem Körper etwas Gutes zu tun.

Ich bin seit dem viel entspannter und es fühlt sich sooo gut an dieses alten Gedankenmuster hinter mir zu lassen und anstatt dessen aus Liebe zu meinem Körper und meiner Selbst herraus zu trainieren. Und ich muss feststellen, dass alle andere ganz automatisch passiert und in mein Leben kommt. Seit dem ich mir Selbst mit viel mehr Mitgefühl begegne, hat der Heißhunger auf Schokolade nachgelassen, es fällt mir viel leichter mich gesund zu ernähren (wer seinen Körper mag und honoriert, möchte ihm automatisch nur das Beste zuführen) und das beste ich habe viel mehr Ernegie und gute Laune, weil ich mich selbst nicht runterziehe mit schlechten Gedanken.

Warum trainierst du? - Alles beginnt mit dir

Alles beginnt mit dir! Eine kleine Veränderung deiner Gedanken und es wird viel leichter sein, deine Ziele zu erreichen. Plus, dabei lernst du den Weg zu genießen und nicht zu verbissen am Ziel festzuhalten und am Schönem im Leben vorbeizulaufen.

Versuche doch mal dich dabei zu ertappen, wenn diese fiesen Gedanken auftauchen. Das ist der erste Schritt. Mache dir bewusst, wie oft und vor allem wann du schlecht über dich denkst. Und vor allem mache dir bewusst, dass du so niemals deiner besten Freundin begegnen würdest. (Oder würdest du sie „fett“ nennen? Oder ihr sagen, dass sie nicht gut genug ist?) Wie oft erwischst du dich dabei dir zu sagen, dass du wieder Sport machen musst, weil du zu dick bist oder nicht schön genug?

12 Gedanken zu “Warum trainierst du?

  1. Lieschen schreibt:

    Wirklich guter Post! Ich habe früher immer versucht Sport und Ernährung nur wegen des Bikini-Bodys zu ändern. Daran bin ich aber jedes mal früher oder später gescheitert, weil es viel mit Verzicht zu tun hat. Am Ende des Tages sind Körper und Seele nun mal eins und auch die Seele möchte gestreichelt werden 😉 . Anfang des Jahres habe ich aber beschlossen meine Einstellung zum Leben zu ändern und Spaß an den Dingen zu haben, die ich gerne mache. (Ich finde es sind zwei verschiedene Dinge, ob man gerne tanzt, oder sogar Spaß am Training hat.)

    Sonnige Grüße,
    das Lieschen

    • juliajogs schreibt:

      Liebes Lieschen, vielen Dank für deine Erfahrung 🙂 Schön, dass du einen Weg für dich gefunden hast, deinen Körper und deiner Seele gleichzeitig Gutes zu tun.

      Ganz liebe Grüße, Julia

  2. Michelle Celin schreibt:

    Tolle Gedanken! Ich mache mir im Moment auch oft drüber Gedanken, weniger über mich selbst zu urteilen, so ganz generell.
    Manchmal bekomme ich nämlich zu hören: „Warum gehst du denn überhaupt so viel joggen/biken/was-auch-immer, du bist doch schon so dünn!“ Das ich mich aber „nur dünn“ vielleicht gar nicht so wohl fühle, dass darf man fast niemandem erzählen. Wie man’s macht, macht man’s für andere falsch und deswegen muss ich sich von diesen Gedanken und von seinen eigenen manchmal abgrenzen, sonst trainiert man nicht mehr, weil’s Spaß macht und man sich besser fühlt, sondern nur um irgendwie anders auszusehen.
    Du hast Recht, was man jemand anderem, den mag gern hat, so nie sagen würde (und es wahrscheinlich auch nicht denken würde), sowas sollte man auch nicht zu selbst sagen!

    Grüße aus der Großstadt,
    Michelle

    • juliajogs schreibt:

      Liebe Michelle, die Meinungen anderer können uns manchmal hart treffen und unsere inneren gemeinen Gedanken und Selbstzweifel antreiben. Jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Körper anders ist und jeder Mensch auf einem anderen „Betriebssystem“ läuft. Keiner kann wissen, was dir gut tut, außer dir selbst. So lange du aus Liebe zu deinem Körper und deiner Gesundheit heraus handelst, kannst du auch nichts falsch machen. Höre in dich hinein und tu genau das, was dir gut tut und was du glaubst, das es deinem Körper gut tut. Manchmal ist das auch nicht unbedingt Sport, sondern ein heißes Bad oder eine dicke Umarmung vom Freund oder der besten Freundin oder auch von Mama 😉

      Und ganz wichtig ist es wirklich lieb zu sich selbst zu sein und sich selbst wertzuschätzen.

      Dicke Umarmung von mir 🙂 Julia

  3. fitandsparklinglife schreibt:

    Wunderschöner Post und vor allem dieser Part gefällt mir unglaublich gut:
    „Seit dem ich mir Selbst mit viel mehr Mitgefühl begegne, hat der Heißhunger auf Schokolade nachgelassen, es fällt mir viel leichter mich gesund zu ernähren (wer seinen Körper mag und honoriert, möchte ihm automatisch nur das Beste zuführen) und das beste ich habe viel mehr Ernegie und gute Laune, weil ich mich selbst nicht runterziehe mit schlechten Gedanken.“ Genau das ist es nämlich! Sobald du dir klar wirst, wie gut oder nicht gut dir etwas tut, setzt du es vermehrt oder vermindert ein! Mir schmeckt ein Stück Schokolade, esse ich die ganze Tafel fühle ich mich danach träge und müde…man muss sich nur bewusst machen, welchen Effekt es auf einen selbst und den Körper hat. Das ganze blabla von wegen Sommerfigur ist Schwachsinn! Wir machen das für uns, unser Wohlbefinden, unseren Körper – wir haben nur den einen!

    Liebe Grüße
    Jenny

    • juliajogs schreibt:

      Vielen Dank liebe Jenny! Das Bewusstsein ist der Schlüssel, da hast du Recht.Sobald wir uns bewusst sind, was wir essen und warum wir essen und vor allem warum wir manche Dinge vielleicht heißhungermäßig in uns hineinstopfen, haben wir schon einen großen Schritt getan, etwas entspannter mit dem Thema Essen und Körper umzugehen. Es erscheint schwierig und es mag nicht immer gelingen, aber es ist halt ein Weg ohne Endpunkt. Man lernt jeden Tag mehr über sich und seinen Körper. Und es ist ein schönes Gefühl.

      Fühle dich ganz lieb umarmt. LG Julia

  4. Olivia schreibt:

    Toller Artikel! Du hast so recht, seitdem ich Sport als Ausgleich sehe, um mir etwas Gutes zu tun und um abzuschalten, macht es mir viel mehr Spaß trainieren zu gehen. Ich habe mich vor ein paar Monaten in dem Fitnessstudio ai-fitness eingeschrieben und bin einfach immer wieder auf mich selbst Stolz, was für Fortschritte, mental und körperlich, ich in diesen Monaten gemeistert habe.
    Alles Liebe,
    Olivia

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